02.06.2026 — Internationaler VW-Bus-Tag

Internationaler VW-Bus-Tag am 2. Juni: Wie der Bulli vom 25-PS-Lieferwagen zum Kultobjekt für über 200.000 Euro wurde. Geschichte und Fakten.

Internationaler VW-Bus-Tag

VW-Bus-Tag: Der Bulli, der niemals sterben wollte

Kurz erklärt: Der Internationale VW-Bus-Tag fällt jedes Jahr auf den 2. Juni. Eingeführt wurde er 2023 von Volkswagen of America gemeinsam mit dem National Day Calendar. Gefeiert wird der VW Typ 2 — besser bekannt als Bulli — der seit 1950 gebaut wird und vom schlichten Lieferwagen zum wohl beliebtesten Auto-Kultobjekt der Welt aufstieg.

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Mal ehrlich: Welches andere Auto kriegt seinen eigenen Feiertag, einen Spitznamen zum Knuddeln und Tränen in den Augen erwachsener Männer, sobald irgendwo eine zweifarbige Frontscheibe um die Ecke biegt? Der Bulli ist kein Fahrzeug. Der Bulli ist ein Gefühl auf vier Rädern — und eines, das gefühlt nie ganz von der Straße verschwindet.

Die Zahl, die alles erklärt: 25 PS und 200.000 Euro

Fangen wir mit der absurdesten Zahl der Auto-Geschichte an. Der erste Bulli, der T1, hatte einen Boxermotor mit knapp 25 PS. Damit kroch er mit Mühe auf 80 km/h — bergauf hörte man eher das Vögelzwitschern als den Motor. Ein Lieferwagen, der langsamer beschleunigte als die Geduld seines Fahrers.

Und heute? Gut erhaltene Exemplare der seltenen 23-Fenster-Variante, des sogenannten Samba, wechseln auf Auktionen für über 200.000 Euro den Besitzer. Ein Auto, das damals als günstiges Arbeitstier gedacht war, ist heute mehr wert als ein Einfamilienhaus in vielen Regionen. Vom 25-PS-Schnecken zum rollenden Wertpapier — diese Karriere muss dem Bulli erst mal jemand nachmachen.

Eine Serviette veränderte die Auto-Welt

Die Geburtsstunde des Bulli ist fast zu schön, um wahr zu sein. 1947 besuchte der niederländische Importeur Ben Pon das Werk in Wolfsburg und sah dort einen klobigen Plattenwagen, mit dem die Arbeiter Teile durch die Halle schoben. Pon kritzelte daraufhin eine simple Skizze in sein Notizbuch: ein kastenförmiger Kasten auf Rädern, Motor hinten, Fahrer vorn, viel Platz dazwischen.

Aus dieser fast schon kindlich einfachen Zeichnung wurde der VW Typ 2 — Typ 2 deshalb, weil der Käfer der Typ 1 war. 1950 lief die Produktion an, und plötzlich hatte das junge Nachkriegsdeutschland ein Fahrzeug, das alles konnte: liefern, transportieren, campen, Krankenwagen spielen und sogar als mobiles Tonstudio dienen. Selten hat eine schnelle Notiz so viel Geschichte geschrieben.

Warum jeder ihn Bulli nennt

Der Spitzname klingt nach Streicheltier, ist aber knallharte Wortökonomie: Bulli setzt sich zusammen aus Bus und Lieferwagen. Kurz, knackig, liebevoll — typisch deutsch effizient und gleichzeitig herzlich. Kurios: Offiziell durfte Volkswagen den Namen jahrzehntelang gar nicht nutzen, weil sich ein anderer Hersteller die Markenrechte gesichert hatte. Erst 2007 sicherte sich VW endgültig die Rechte am Kosenamen, den die Fans längst in Stein gemeißelt hatten.

Spätestens in den 1960ern mutierte der Bus dann vom Handwerker-Auto zur Ikone einer ganzen Generation. Bunt bemalt, mit Blumen beklebt und bis unters Dach mit Schlafsäcken vollgestopft rollte er zum legendären Festival Woodstock und wurde zum Symbol für Freiheit, Aufbruch und ein Leben ohne festen Wohnsitz. Kein Wunder, dass der Bulli bis heute für Fernweh steht wie kein zweites Blechstück.

So feierst du den VW-Bus-Tag

Du brauchst keinen eigenen Oldtimer in der Garage, um mitzufeiern. Schon ein Spaziergang mit offenen Augen reicht — entdeckst du heute einen echten Bulli auf der Straße, gilt das praktisch als Sechser im Lotto und darf laut bejubelt werden.

Wer es gemütlicher mag, packt eine Picknickdecke ein und tut einfach so, als stünde der Bus schon vor der Tür: Kaffee aus der Thermoskanne, ein bisschen Musik aus den Sechzigern und das wohlige Gefühl, dass das Ziel heute mal egal ist. Und falls du Social Media nutzt, poste ein Foto deines Lieblings-Bullis mit der Geschichte dahinter — die Community feiert jedes einzelne Schätzchen.

Kurz nachgefragt

Wird der Bulli noch gebaut? Ja — als vollelektrischer ID. Buzz hat Volkswagen die Ikone zurück auf die Straße geholt. Gleiche kantige Silhouette, gleicher Knuddelfaktor, nur eben mit Stecker statt Boxermotor.

Wo wurde der klassische Bus gebaut? Lange Zeit im Transporterwerk in Hannover, das bis heute das Herz der Nutzfahrzeug-Sparte von Volkswagen ist. Der Bulli ist also nicht nur Kult, sondern ein Stück norddeutsche Industriegeschichte.

Mehr als nur ein altes Auto

Am Ende erklärt der VW-Bus-Tag eigentlich ganz gut, warum wir überhaupt solche Tage feiern: Manche Dinge sind mehr als die Summe ihrer Schrauben. Der Bulli transportiert keine Pakete mehr, sondern Erinnerungen, Sehnsüchte und das Versprechen, dass man jederzeit einfach losfahren könnte. Heute, am 2. Juni, darf man genau dieses Gefühl mal wieder hupen lassen — auch ohne Hupe.




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