08.09.2026 — Star Trek Day

Star Trek Day am 8. September: Nichelle Nichols hatte als Uhura schon gekündigt — bis ihr größter Fan sie ansprach. Es war Martin Luther King.

Star Trek Day

Star Trek Day: Der Fan, der eine Kündigung stoppte

Kurz erklärt: Der Star Trek Day fällt jedes Jahr auf den 8. September. Das Datum erinnert an den 8. September 1966, als der US-Sender NBC die erste Folge der Originalserie ausstrahlte: „The Man Trap“, auf Deutsch später „Das Letzte seiner Art“. Formal begangen wird der Tag seit 2020, getragen von Fans und vom Rechteinhaber Paramount. 2026 wird die Serie 60 Jahre alt.

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Ein Wochenende zwischen Broadway und Brücke

Nach dem Ende der ersten Staffel legt eine Schauspielerin ihrem Chef eine Kündigung auf den Tisch. Sie heißt Nichelle Nichols, sie spielt Lieutenant Uhura, und sie hat genug. Ihre Sätze werden von Drehbuchfassung zu Drehbuchfassung kürzer. Auf dem Studiogelände muss sie sich anhören, was Menschen 1967 einer Schwarzen Frau so hinterherrufen. Und ihre Fanpost, so stellt sich später heraus, kommt gar nicht bei ihr an — sie wird in der Poststelle einbehalten. Vom Broadway liegt ein Angebot vor, ein Musical, eine richtige Rolle. Serienschöpfer Gene Roddenberry nimmt das Papier entgegen und sagt: Denken Sie das Wochenende drüber nach.

Am Samstag hat Nichols einen Termin, den sie längst zugesagt hat: eine Wohltätigkeitsveranstaltung der Bürgerrechtsorganisation NAACP in Beverly Hills. Der Veranstalter tritt an sie heran, ihr größter Fan wolle sie unbedingt kennenlernen. Sie dreht sich um und erwartet einen dieser jungen Männer mit Modellraumschiff. Vor ihr steht Martin Luther King. Ja, sagt er, er sei ihr größter Fan, er sei dieser Trekkie. Sie bedankt sich und erzählt ihm nebenbei, dass sie aufhöre. King unterbricht sie mitten im Satz: Das können Sie nicht tun. Zum ersten Mal werde man weltweit so gezeigt, wie man gezeigt gehöre. Es sei die einzige Sendung, für die er seinen Kindern erlaube, länger aufzubleiben. Am Montagmorgen steht Nichols in Roddenberrys Büro und nimmt ihre Kündigung zurück.

Warum eine Funkoffizierin 1966 eine Provokation war

Aus heutiger Sicht ist Uhura eine Nebenfigur mit einem Ohrstöpsel, die „Empfangsfrequenzen offen“ sagt. Aus Sicht des Jahres 1966 war sie etwas anderes: eine Schwarze Frau in Uniform, mit Dienstgrad, an einer Konsole auf der Kommandobrücke — und nicht in der Küche, nicht als Dienstbotin, nicht als Pointe. In mehreren Südstaaten lief die Serie in Gegenden, in denen der Bus, mit dem man ins Kino fuhr, gerade erst desegregiert worden war. Ihr Name kommt vom Suaheli-Wort „uhuru“, Freiheit. Das war kein Zufall, und alle Beteiligten wussten das.

Zwei Jahre später kam die Szene, an die sich alle erinnern: In der Folge „Platons Stiefkinder“ küssen sich Uhura und Captain Kirk, erzwungen durch telekinetische Fieslinge — im November 1968 einer der ersten Küsse zwischen einer Schwarzen und einem weißen Hauptdarsteller im US-Fernsehen überhaupt. Der Sender fürchtete Proteststürme aus dem Süden. Die kamen nicht. Deutschland bekam von alldem zunächst wenig mit: Das ZDF startete Raumschiff Enterprise erst am 27. Mai 1972, kaufte von 79 Folgen nur 39 ein und ließ die Dialoge kräftig umschreiben — aus philosophischen Konflikten wurden gelegentlich Kalauer. Die Kussfolge lief hierzulande jahrzehntelang gar nicht.

Die Frau, die der NASA 8.000 Bewerbungen brachte

1977 suchte die NASA Personal für ein neues Programm namens Space Shuttle. Der Bewerberstapel lag bei etwa 1.500 Namen, und er sah aus wie die Astronautenjahrgänge davor: männlich, weiß, Testpilot. Nichols gründete daraufhin die Firma Women in Motion, drehte einen Rekrutierungsfilm und tourte vier Monate lang durch Universitäten, Vereine und Talkshows. Ihr Argument war kein moralisches, sondern ein logistisches: Wer nur in einem Zehntel der Bevölkerung sucht, findet auch nur die Besten dieses Zehntels. Am Ende der Kampagne lagen über 8.000 Bewerbungen vor.

Aus dem Jahrgang 1978 kamen unter anderem Sally Ride, die erste US-Amerikanerin im All, und Guion Bluford, der erste Schwarze Amerikaner im All. Auch Judith Resnik und Ronald McNair waren dabei, die beide 1986 mit der Challenger starben. Und dann ist da Mae Jemison, die als Kind vor dem Fernseher saß und Uhura sah. Im September 1992 flog sie mit der Endeavour und meldete sich zu jeder ihrer Schichten mit dem Satz „Hailing frequencies open“ — Empfangsfrequenzen offen. Kurz darauf spielte sie in einer Folge von „Das nächste Jahrhundert“ mit: die erste echte Astronautin in einer Star-Trek-Serie. Der Kreis schloss sich in beide Richtungen.

Sechzig Jahre Enterprise, und was davon zählt

Die Serie selbst war zu Lebzeiten kein Erfolg. NBC setzte sie 1969 nach drei Staffeln wegen schwacher Quoten ab; groß wurde sie erst in den Wiederholungen der siebziger Jahre, als jeden Nachmittag eine neue Generation dazustieß. Inzwischen hängen daran über ein Dutzend Kinofilme und ein gutes Dutzend Serien. Zum 60. Jubiläum am 8. September 2026 laufen restaurierte Klassiker in Hunderten Kinos, es gibt Sammlermünzen und weltweit Fantreffen. Ein Detail für Erbsenzähler: Die allererste Ausstrahlung fand zwei Tage früher in Kanada statt. Gefeiert wird trotzdem der 8., weil an diesem Abend die USA zusahen.

Man kann den Tag mit einer Folge begehen, mit dem vulkanischen Gruß oder mit dem Versuch, „Es lebe lang und in Frieden“ ohne Grinsen zu sagen. Man kann sich aber auch merken, wie knapp das alles war. Eine Serie, die nach drei Jahren abgesetzt wurde. Eine Rolle, die dauernd zusammengestrichen wurde. Eine Frau, die schon gekündigt hatte. Was daraus wurde, hing an einem Wochenende, an einem zufälligen Termin und an einem Mann, der zugab, dass er die Sendung nicht verpasst. Sechzig Jahre später sitzt jemand im Orbit und sagt einen Satz aus dieser Serie ins Funkgerät. Das ist der eigentliche Grund, warum das Datum einen Namen hat.

Transparenzhinweis: Texte und Sprecherstimme dieses Beitrags wurden mit Unterstützung künstlicher Intelligenz erstellt.



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