
Zurück in die Zukunft: Die Frage aus dem Keller
Kurz erklärt: Der Zurück-in-die-Zukunft-Tag fällt auf den 21. Oktober, weil Marty McFly im zweiten Teil der Filmreihe am 21. Oktober 2015 in der Zukunft landet. Seit diesem Datum wird der Tag von Fans weltweit gefeiert. Der erste Film kam 1985 ins Kino, geschrieben von Bob Gale und Robert Zemeckis, und wurde der weltweit erfolgreichste Film des Jahres.
Es gibt Filme, die mit einer großen Idee anfangen. Und es gibt Filme, die mit einem Karton im Keller anfangen. Der bekannteste Zeitreisefilm der Welt gehört zur zweiten Sorte, und das ist das Beste an ihm.
Ein Jahrbuch im Keller
Sommer 1980, ein Elternhaus im US-Bundesstaat Missouri. Bob Gale, Drehbuchautor und gerade mit einem Film an der Kinokasse gescheitert, besucht seine Eltern und stöbert im Keller. Er findet das alte Schuljahrbuch seines Vaters. Darin steht etwas, das er nicht wusste: Sein Vater war Klassensprecher seines Abschlussjahrgangs.
Der Mann, den Gale als Vater kennt, und der Junge auf dem Foto sind zwei verschiedene Leute. Plötzlich hat er eine Frage im Kopf, die nicht mehr weggeht: Wären wir zwei Freunde gewesen, wenn wir zusammen in eine Klasse gegangen wären? Fragen kann er das niemanden. Der Junge aus dem Jahrbuch existiert nicht mehr, nur noch der Mann, der aus ihm geworden ist.
Also macht Gale, was Drehbuchautoren machen: Er schreibt die Antwort selbst. Zusammen mit seinem Studienfreund Robert Zemeckis baut er eine Geschichte, in der ein Teenager in die Vergangenheit reist und seinen Eltern begegnet, als die selbst noch Teenager sind. Eine Zeitreise, die nicht in die Antike oder zu den Dinosauriern führt, sondern zur unangenehmsten Frage überhaupt: Wer waren meine Eltern, bevor sie meine Eltern wurden?
Zu unanständig und zu brav zugleich
Klingt nach einem sicheren Hit. Hollywood sah das anders. Das Drehbuch wurde rund 40 Mal abgelehnt, manche Studios sagten gleich mehrfach nein. Das Kuriose daran sind die Begründungen, denn sie widersprechen sich komplett.
Disney fand die Geschichte zu anstößig. Der Grund: Im Film verliebt sich die junge Mutter ausgerechnet in ihren eigenen Sohn, der sich verzweifelt dagegen wehrt. Für ein Familienstudio war das zu viel. Alle anderen fanden das Drehbuch dagegen zu harmlos. Anfang der Achtziger liefen derbe Teenie-Komödien, und eine Zeitreise ohne Zoten wirkte dagegen wie ein Schulausflug.
Zu unanständig für die einen, zu brav für die anderen: Selten hat ein Drehbuch so präzise zwischen allen Stühlen gesessen. Gerettet hat es am Ende Steven Spielberg, dessen Firma Amblin bei Universal untergekommen war. Selbst dort wollte ein Studioboss den Titel noch ändern, in „Spaceman from Pluto“. Spielberg rettete den Film ein zweites Mal, mit einer höflichen Antwort, die so tat, als sei der Vorschlag ein Witz gewesen.
Der falsche Marty
Die eigentliche Wunschbesetzung für Marty McFly war Michael J. Fox. Der steckte aber in der Fernsehserie „Familienbande“ fest, und die Produktion gab ihn nicht frei. Also übernahm Eric Stoltz die Rolle, ein guter Schauspieler, nur nicht für diesen Film. Nach mehreren Drehwochen merkte Zemeckis, dass die Komödie nicht zündete.
Er traf eine Entscheidung, vor der die meisten Regieleute zurückschrecken würden: Stoltz wurde ersetzt, die Szenen neu gedreht. Das kostete 34 verlorene Drehtage und zusätzlich 3,5 bis 4 Millionen Dollar. Fox bekam die Rolle doch noch, unter einer Bedingung: Die Serie ging vor. Er spielte tagsüber im Fernsehen und fuhr abends ans Filmset, wo er oft bis in den frühen Morgen drehte.
Das Ergebnis kam am 3. Juli 1985 in die amerikanischen Kinos und spielte weltweit über 380 Millionen Dollar ein, bei einem Budget von rund 19 Millionen. Und der DeLorean DMC-12, ein Sportwagen, der sich schlecht verkaufte, wurde durch den Film unsterblich.
Was vom 21. Oktober 2015 übrig bleibt
Im zweiten Teil von 1989 reist Marty in die Zukunft, genauer: an den 21. Oktober 2015. Dort warten fliegende Autos, Hoverboards, Schuhe, die sich selbst schnüren, und Bildschirme an jeder Wand. Als das echte Datum kam, haben Fans weltweit nachgezählt, was davon eingetroffen ist.
Die Bilanz ist gemischt. Flachbildschirme und Videotelefonate haben wir. Selbstschnürende Schuhe brachte Nike tatsächlich heraus, in kleiner Stückzahl. Fliegende Autos und schwebende Skateboards fehlen bis heute. Dafür verschickt im Film noch jeder Faxe. Und der Film sagte voraus, dass die Chicago Cubs die Baseball-Meisterschaft gewinnen. Sie lagen ein Jahr daneben: Die Cubs gewannen 2016, zum ersten Mal seit 108 Jahren.
So feierst du den Zurück-in-die-Zukunft-Tag
Die naheliegende Variante: alle drei Filme hintereinander. Wer so viel Zeit nicht hat, nimmt nur den ersten, der hält auch nach vierzig Jahren erstaunlich gut. Achte beim nächsten Mal darauf, wie viele Szenen aus Teil 1 in Teil 2 aus einem anderen Winkel wiederkommen. Das ist Zeitreise als Handwerk.
Die bessere Variante kostet nichts: Such ein altes Foto deiner Eltern aus der Zeit, als sie so alt waren wie du jetzt oder wie dein jüngeres Ich. Schau es dir lange an. Und dann stell dir die Frage, mit der Bob Gale im Keller angefangen hat. Wenn du mutig bist, stellst du sie ihnen auch direkt.
Denn das ist der eigentliche Kern hinter Fluxkompensator und 88 Meilen pro Stunde: Jeder Mensch, der uns heute vertraut ist, war einmal jemand, den wir nie kennengelernt haben. Ein Film hat daraus einen Welterfolg gemacht. Die Frage gehört trotzdem dir.
Transparenzhinweis: Texte und Sprecherstimme dieses Beitrags wurden mit Unterstützung künstlicher Intelligenz erstellt.


