06.08.2026 — Internationaler Tag des Tauchens

Internationaler Tag des Tauchens am 6. August: 1926 atmete in Paris erstmals ein Mensch unter Wasser ohne Schlauch — und die Flasche war nach Minuten leer.

Internationaler Tag des Tauchens

Tag des Tauchens: Der erste Atemzug ohne Leine

Kurz erklärt: Der Internationale Tag des Tauchens (International Scuba Day) wird seit 2023 jedes Jahr am 6. August begangen. Das Datum erinnert an den 6. August 1926: An diesem Tag führten Maurice Fernez und Yves Le Prieur im Pariser Schwimmbad Les Tourelles ein Gerät vor, mit dem ein Mensch erstmals unter Wasser atmen konnte, ohne über einen Schlauch mit der Oberfläche verbunden zu sein. 2026 ist das genau 100 Jahre her.

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Es gibt zwei Sorten Menschen: die, die beim Schnorcheln nach zwei Minuten frieren, und die, die für 40 Euro Leihausrüstung acht Meter tief nach einem Oktopus suchen. Beide verdanken ihre Existenz einem französischen Marineoffizier, der genug davon hatte, dass Taucher an einer Leine hingen wie Hunde an der Laufleine.

Zu Ende gebracht wurde seine Idee allerdings von einem Bauteil aus dem Motorraum eines Autos. Der Reihe nach.

Die Zahl, die alles erklärt: 3 Liter

Le Prieurs Apparat bestand im Kern aus einer Druckluftflasche, die er sich bei Michelin besorgte — dort waren solche Behälter für Werkstätten gedacht, zum Aufpumpen von Autoreifen. Drei Liter Volumen, 150 bar Druck. Umgerechnet rund 450 Liter Atemluft, was auf dem Papier nicht übel klingt.

Der Haken steckte nicht in der Flasche, sondern im Weg der Luft. Das Gerät hatte keinen Regler, der auf den Atemzug reagiert. Die Luft strömte ununterbrochen zum Mundstück, ob der Taucher gerade einatmete, ausatmete oder staunend im Wasser hing. Der größte Teil blies also ungenutzt als Blasenwolke nach oben. Dazu kommt Physik: In zehn Metern Tiefe herrscht doppelter Druck, jeder Atemzug verbraucht doppelt so viel Luft. Unterm Strich blieben ein paar Minuten.

Ein paar Minuten sind für eine Vorführung im Schwimmbecken großartig und für alles andere zu wenig. Genau diese Lücke hielt das Gerätetauchen noch fast zwei Jahrzehnte lang aus dem echten Meer heraus.

Der Mann, der den Schlauch satthatte

Yves Le Prieur, Jahrgang 1885, war ein unruhiger Geist: Marineoffizier, Japanisch-Sprecher, erster Franzose mit schwarzem Gürtel im Judo, nebenbei Erfinder von Flugzeugraketen. 1925 stand er auf einer Pariser Ausstellung vor einem Wasserbecken und sah einem Taucher zu, der ein Gerät von Maurice Fernez benutzte: ein T-förmiges Mundstück, eine Nasenklemme, eine Schwimmbrille — und ein Schlauch, durch den an der Oberfläche jemand von Hand Luft pumpte.

Le Prieur war beeindruckt, wie beweglich der Taucher wirkte — und störte sich an dem Einzigen, was diese Leichtigkeit kaputtmachte: dem Schlauch. Wer daran hängt, kann nicht um einen Felsen herum, nicht in ein Wrack, nicht weiter als die Leine lang ist. Seine Idee war denkbar simpel — die Luft muss mit.

Am 6. August 1926 stieg im Bassin Les Tourelles ein Taucher ins Wasser, der nichts mehr mit der Oberfläche verband. Le Prieur baute später weiter: 1933 ersetzte er die Schwimmbrille durch eine Vollgesichtsmaske, weil sich Brillengläser ab etwa zehn Metern schmerzhaft ins Gesicht saugen. 1934 bekam er das Patent auf sein handgeregeltes Tauchgerät.

Warum das wichtigste Teil aus einem Auto kam

Fehlte noch das Ventil, das nur dann Luft freigibt, wenn jemand daran zieht. Erfunden wurde es nicht für das Meer, sondern für den Straßenverkehr im besetzten Frankreich. Benzin war rationiert, also stellte man Autos auf Gas um, und der Ingenieur Émile Gagnan entwickelte beim Konzern Air Liquide einen Regler, der dem Vergaser exakt so viel Gas zuteilte, wie er gerade brauchte.

Im Dezember 1942 saß ein junger Marineoffizier bei ihm im Büro, der ein sehr ähnliches Problem hatte, nur unter Wasser: Jacques-Yves Cousteau. Gagnan legte ihm ein kleines schwarzes Bakelit-Teil auf den Tisch. Nach ein paar Umbauten atmete Cousteau damit in der Marne, und aus Minuten wurden Stunden. Das erste Patent bekamen die beiden noch 1943. Nach dem Krieg folgte ein zweites, und ab 1946 lief das Gerät unter dem Namen Aqua-Lung in Serie — Typenbezeichnung CG45, für Cousteau, Gagnan und das Patentjahr 1945.

Das Bauprinzip dieses Atemreglers steckt bis heute in jedem Leihgerät jeder Tauchbasis der Welt. Ein Ventil, das wartet, bis du willst.

Drei Fragen vor dem ersten Tauchgang

Wie lange reicht eine Flasche heute?

Eine normale 12-Liter-Flasche mit 200 bar fasst rund 2.400 Liter Luft. In zehn Metern Tiefe und bei ruhiger Atmung sind das grob 45 bis 60 Minuten — je tiefer, desto kürzer, und Aufregung frisst Luft schneller als jede Strömung.

Braucht man wirklich einen Kurs?

Ja. Nicht wegen der Ausrüstung, sondern wegen des Drucks: Wer beim Auftauchen die Luft anhält, riskiert ernsthafte Lungenschäden. Ein Einsteigerkurs dauert je nach Anbieter drei bis vier Tage und erlaubt danach Tauchgänge bis etwa 18 Meter.

Muss es gleich das Meer sein?

Nein. Ein Schnuppertauchgang findet fast überall im Schwimmbad statt — also genau dort, wo die Sache 1926 angefangen hat. Für den ersten Atemzug unter Wasser braucht es kein Rotes Meer, sondern ein Becken und jemanden mit Ausbildung daneben.

Was vom Becken in Paris geblieben ist

Berühmt wurde Cousteau. Le Prieur kennt heute kaum jemand, obwohl er 1935 mit dem Filmemacher Jean Painlevé gründete, was als erster Tauchclub der Welt gilt. Sein Gerät verschwand aus den Katalogen, sein Grundgedanke nicht: Die Luft gehört auf den Rücken des Menschen, nicht ans andere Ende eines Schlauchs.

Und genau das ist der Grund, warum dieser Tag mehr ist als ein Werbetermin der Tauchbranche. Vor hundert Jahren war die Wasseroberfläche eine Decke, unter die man kurz den Kopf steckte, bevor die Lunge protestierte. Seitdem ist sie eine Tür. Zwei Drittel des Planeten liegen dahinter, und ein Mensch, der genug von einem Schlauch hatte, hat sie aufgemacht.

Transparenzhinweis: Texte und Sprecherstimme dieses Beitrags wurden mit Unterstützung künstlicher Intelligenz erstellt.



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