02.05.2026 — Welt-Thunfischtag

Welt-Thunfischtag am 2. Mai: Warum der Thunfisch 75 km/h schnell ist, 678 kg wiegen kann und seinen eigenen UN-Feiertag verdient hat.

Welt-Thunfischtag

Es gibt Tiere, die werden geliebt, bewundert, als Haustier gehalten oder in Dokumentationen angehimmelt. Und dann gibt es den Thunfisch — der landet meistens auf dem Sandwich. Dabei ist dieser Kerl weit mehr als ein Brotaufstrich im Aludöschen. Der Welt-Thunfischtag am 2. Mai ist die Gelegenheit, das mal richtigzustellen.

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Wie ein Fisch zur UN-Angelegenheit wurde

Kurz erklärt: Der Welt-Thunfischtag wird seit 2017 jedes Jahr am 2. Mai gefeiert — von der UN-Generalversammlung 2016 ausgerufen. Anlass ist die wirtschaftliche und ökologische Bedeutung des Thunfischs: Er macht etwa 20 Prozent des Werts aller marinen Fischereien weltweit aus, und jährlich werden rund 7 Millionen Tonnen gefangen.

Dass die Vereinten Nationen einen eigenen Fisch-Feiertag ausrufen, klingt erstmal nach einem schlechten Witz. Aber 2016 war es soweit: Die UN-Generalversammlung erklärte den 2. Mai offiziell zum Welt-Thunfischtag — und das aus gutem Grund. Thunfisch macht rund 20 Prozent des gesamten Wertes aller marinen Fischereien weltweit aus. Rund 7 Millionen Tonnen werden jährlich gefangen. Der Thunfisch ist also nicht irgendein Fisch — er ist ein globales Wirtschaftsgut, ein Ökosystemstabilisator und, ja, auch ein Lunchklassiker.

Seit der ersten Ausrufung 2017 hat sich übrigens einiges getan: Kamen damals nur 75 Prozent des Thunfischfangs aus nachhaltigen Beständen, sind es heute fast 99 Prozent. Das nennt man eine Comeback-Story. Aber keine Entwarnung: Einzelne Bestände wie der Atlantische Blauflossen-Thunfisch waren zeitweise auf unter 10 Prozent ihrer ursprünglichen Population geschrumpft. Der Weg zurück ist lang — und fängt damit an, dass wir als Konsumenten wissen, was wir da eigentlich kaufen.

Schneller als ein Sportwagen (fast)

Der Thunfisch ist unter den Knochenfischen ein echter Sonderling. Er schwimmt mit bis zu 75 Kilometern pro Stunde — mehr als ein Stadtrad auf der Autobahn. Dabei bewegt er kaum seinen Körper, sondern peitscht ausschließlich mit seiner halbmondförmigen Schwanzflosse durchs Wasser. Diese sogenannte thunniforme Schwimmweise ist fast einzigartig unter Knochenfischen und macht ihn zu einem der hydrodynamisch effizientesten Tiere überhaupt.

Dazu hält der Thunfisch seine Körpertemperatur aktiv wärmer als das umgebende Wasser — eine Fähigkeit, die sonst fast nur Säugetieren vorbehalten ist. Das macht ihn ausdauernder, reaktionsschneller und fähig, kühlere Tiefenwasser zu durchqueren, in die andere Fische gar nicht erst vordringen. Biologen bezeichnen ihn manchmal als den Hochleistungssportler unter den Fischen — und das ist keine Übertreibung.

Der schwerste Thunfisch der Geschichte

Rekorde sind dazu da, nicht gebrochen zu werden — zumindest dieser hier. Ken Fraser fing 1979 vor der Küste der kanadischen Provinz Nova Scotia einen Atlantischen Blauflossen-Thunfisch, der satte 678 Kilogramm wog. Dieser Rekord steht bis heute — nach fast 50 Jahren. Zum Vergleich: Das ist etwa so schwer wie vier ausgewachsene Motorräder.

Der Rote Thun, zu dem dieser Koloss gehörte, kann bis zu fünf Meter lang werden und ist damit einer der größten Knochenfische des Atlantiks überhaupt. In Japan werden solche Exemplare auf Auktionen für hunderttausende Euro gehandelt — ein einzelner Fisch, der mehr kostet als ein Penthouse. Definitiv nicht das, was man unter einem Dosenfisch versteht.

Thunfisch und die Sushi-Wirtschaft

Wer denkt, Thunfisch sei hauptsächlich ein europäisches Sandwichproblem, unterschätzt den globalen Hunger nach diesem Tier massiv. Japan ist der weltgrößte Thunfischmarkt — und der dortige Neujahrskult rund um den ersten Thunfischverkauf des Jahres ist legendär. Beim Tsukiji-Markt in Tokio wurden für einen einzelnen Blauflossen-Thunfisch schon über drei Millionen Euro bezahlt. Das ist kein Fisch mehr, das ist ein Kunstwerk mit Flosse. Diese extremen Preise spiegeln aber auch die Knappheit wider — und die sollte uns alle nachdenklich stimmen, ganz unabhängig davon, ob man Sushi mag oder nicht.

So feiert man den Welt-Thunfischtag

Wer jetzt sofort zur Dose greift, macht es sich etwas zu einfach. Feiert lieber mit Köpfchen: Kauft Thunfisch aus zertifiziertem, nachhaltigem Fang — das MSC-Siegel hilft bei der Orientierung. Wer es etwas aufwendiger mag, gönnt sich ein Thunfisch-Tatar oder Sashimi beim Japaner um die Ecke. Und wer wirklich feiern will, organisiert einen kleinen Thunfisch-Quiz-Abend und wundert sich, wie wenig die eigenen Freunde über das Tier wissen, das sie mindestens einmal pro Woche essen.

Ein Tier, das mehr verdient

Der Thunfisch ist das Mauerblümchen der Meere — omnipräsent auf jedem Supermarktregal, und trotzdem kennt ihn kaum jemand wirklich. Er schwimmt schneller als die meisten von uns joggen, reguliert ganze Meeresökosysteme und war mal so nah am Aussterben, dass die Vereinten Nationen persönlich eingreifen mussten. Das verdient wenigstens einen Moment der Anerkennung — und vielleicht ein Sandwich mit ein bisschen mehr Respekt drin.


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