06.06.2026 — Drive-In-Kino-Tag

Drive-In-Kino-Tag am 6. Juni: Wie 1933 das erste Autokino entstand, erfunden von einem Sohn fuer seine Mutter. Geschichte, Fakten und Feier-Tipps.

Drive-In-Kino-Tag

Drive-In-Kino-Tag: Als das Kino aufs Auto zog

Kurz erklärt: Der Drive-In-Kino-Tag fällt jedes Jahr auf den 6. Juni. Er erinnert an den 6. Juni 1933, als Richard Hollingshead junior in der Nähe von Camden im US-Bundesstaat New Jersey das weltweit erste Autokino eröffnete. Eintritt: 25 Cent pro Auto plus 25 Cent pro Person, maximal ein Dollar pro Familie. Der erste Film war die britische Komödie „Wife Beware“.

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Stell dir vor, du sitzt im Kino und darfst reden, lachen, Pommes-Tüten rascheln lassen und die Schuhe ausziehen, ohne dass dich jemand böse anzischt. Genau das war die Geburtsstunde des Autokinos: ein dunkler Saal aus Blech und Sternenhimmel, in dem die Familie endlich sein durfte, wie sie war. Heute feiern wir diesen herrlich entspannten Ungehorsam gegen die Kinoetikette.

Der größte Irrtum: Das Autokino ist kein Kind der Fünfziger

Wenn du an Autokinos denkst, hast du wahrscheinlich Bilder im Kopf: pastellfarbene Straßenkreuzer, Milkshakes, verliebte Teenager in den 1950er-Jahren. Schön. Aber falsch datiert. Das Autokino ist gut zwanzig Jahre älter und wurde mitten in der schlimmsten Weltwirtschaftskrise geboren, als die wenigsten Leute überhaupt Geld fürs Kino hatten.

Der eigentliche Boom kam tatsächlich erst nach dem Zweiten Weltkrieg, als das Auto zum Familienmitglied wurde und in den USA tausende Drive-Ins aus dem Boden schossen. Die glänzende Fünfziger-Romantik ist also die zweite Welle, nicht der Ursprung. Erfunden wurde die Sache schon 1933 von einem Mann, der schlicht ein Problem in der eigenen Familie lösen wollte.

Eine Mutter, ein Kodak-Projektor und eine Garageneinfahrt

Die Heldengeschichte beginnt nicht im Studio, sondern in einer Einfahrt in New Jersey. Richard Hollingshead junior arbeitete im Autozubehör-Geschäft seines Vaters und hatte ein zärtliches Motiv: Seine Mutter fand die engen Klappstühle im normalen Kino unbequem. Im Auto dagegen saß sie gemütlich. Also fragte sich der junge Tüftler: Warum nicht beides verbinden?

Er schraubte einen Filmprojektor von 1928 auf die Motorhaube seines Wagens, pinnte eine Leinwand zwischen ein paar Bäume und stellte ein Radio hinter die Leinwand, damit es Ton gab. In seiner eigenen Einfahrt experimentierte er mit Abständen, Sichtlinien und der Frage, wie hintere Autos über die vorderen hinwegschauen können, ohne nur Dächer zu sehen. Im Mai 1933 bekam er ein Patent, keinen Monat später stand das Kino. Investiert hatte er rund 30.000 Dollar, eine in dieser Zeit gewaltige Summe.

25 Cent, 400 Autos und ein Film namens Wife Beware

Am 6. Juni 1933 öffnete das „Park-In Theater“ seine Tore. Platz war für 400 Autos, und die Preisgestaltung klingt heute fast rührend: 25 Cent kostete das Auto, 25 Cent jede Person, aber niemals zahlte eine Gruppe mehr als einen Dollar. Familien mit halben Fußballmannschaften an Bord waren also ausdrücklich willkommen.

Hollingshead brachte es selbst auf den Punkt: Hier sei die ganze Familie willkommen, egal wie laut die Kinder seien. Das war der eigentliche Geniestreich, kein technischer, sondern ein menschlicher. Im klassischen Kino waren Eltern mit Kleinkindern faktisch ausgesperrt. Im Autokino wurde das schreiende Baby zum geduldeten Mitbewohner einer kleinen Blechkapsel. Der erste gezeigte Film war übrigens die britische Komödie „Wife Beware“, was bei einem Familien-Ort durchaus einen ironischen Beiklang hat.

So feierst du den Drive-In-Kino-Tag

Du brauchst kein echtes Autokino, um mitzufeiern, auch wenn in Deutschland einige Klassiker überlebt haben und im Sommer wieder bespielt werden. Schnapp dir einen Beamer, eine weiße Wand oder ein altes Bettlaken und mach im Garten oder auf dem Balkon dein eigenes Mini-Kino. Decke, Kissen, etwas zu knabbern, fertig ist die Vorstellung unter freiem Himmel.

Wer es stilecht mag, sucht sich einen Schwarz-Weiß-Klassiker oder eine herrlich alberne Komödie aus, denn genau dafür war das Autokino gedacht: nicht für andächtige Stille, sondern für gemeinsames Lachen. Lade Leute ein, die im normalen Kino immer zu laut tuscheln, denn heute ist genau das der Punkt. Und wenn dir am Ende des Abends jemand sagt, du hättest beim besten Teil geredet, dann antworte einfach: So gehört sich das, es ist schließlich Drive-In-Kino-Tag.




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