
Acht Arme erledigen acht Dinge gleichzeitig, drei Herzen halten den Kreislauf am Laufen und das Blut ist blau: Oktopusse wirken beinahe wie Tiere aus einer anderen Welt. Am 8. Oktober lenkt der Welt-Oktopus-Tag die Aufmerksamkeit auf ihre außergewöhnliche Biologie, ihre Intelligenz und ihre Bedeutung für die Meere.
Warum ist am 8. Oktober Welt-Oktopus-Tag?
Der Welt-Oktopus-Tag wird jedes Jahr am 8. Oktober begangen. Anders als manche internationalen Gedenktage ist er kein offizieller Tag der Vereinten Nationen. Er ist ein Tier-Aktionstag, der Wissen über Oktopusse vermitteln und auf ihren Schutz aufmerksam machen soll.
Das Datum passt gleich doppelt: „October“ und „Octopus“ beginnen im Englischen ähnlich, und die Acht erinnert natürlich an die acht Arme. Schon hier lauert eine häufige Verwechslung. Oktopusse besitzen keine Tentakel, sondern Arme. Das ist biologisch mehr als Wortklauberei.
Arme statt Tentakel
Das Smithsonian Ocean Portal erklärt den Unterschied: Oktopusse haben acht Arme. Kalmare und Sepien besitzen ebenfalls acht Arme, dazu aber zwei längere, spezialisierte Tentakel. Bei Oktopus-Armen sitzen die Saugnäpfe entlang eines großen Teils der Unterseite. Ein Tentakel trägt seine Saugnäpfe dagegen typischerweise vor allem am verbreiterten Ende.
Die Saugnäpfe dienen nicht nur zum Festhalten. Sie reagieren auf Berührung und chemische Stoffe. Ein Oktopus kann seine Umgebung damit gewissermaßen gleichzeitig ertasten und „erschmecken“. Wenn Olli im Video einen Stein und eine Muschel untersucht, ist das also mehr als ein visueller Witz.
Hat ein Oktopus wirklich neun Gehirne?
In sozialen Medien ist oft von neun Gehirnen die Rede. Das ist eingängig, aber wissenschaftlich stark vereinfacht. Oktopusse besitzen ein zentrales Gehirn und ein weit verteiltes Nervensystem. Nach Angaben des National Aquarium liegen etwa zwei Drittel ihrer Nervenzellen in den Armen. Dort können lokale Nervenzentren Sinneseindrücke verarbeiten und grundlegende Bewegungen steuern.
Das bedeutet nicht, dass acht vollständig unabhängige Persönlichkeiten am Tier hängen. Es ermöglicht den Armen aber, viele Informationen vor Ort zu bearbeiten, während das zentrale Gehirn die übergeordnete Koordination übernimmt. Genau daraus entsteht die humorvolle Idee unseres Films: Olli hat nicht zu wenige Hände für eine Aufgabe, sondern fast zu viele gleichzeitig aktive Möglichkeiten.
Drei Herzen und blaues Blut
Die drei Herzen sind dagegen keine Übertreibung. Das Aquarium of the Pacific beschreibt zwei Kiemenherzen, die Blut durch die Kiemen pumpen, und ein systemisches Herz, das den übrigen Körper versorgt. Diese Aufteilung unterstützt den Sauerstofftransport im Meerwasser.
Das Blut erscheint blau, weil Oktopusse Sauerstoff nicht mit dem eisenhaltigen Hämoglobin des Menschen transportieren. Ihr Protein heißt Hämocyanin und enthält Kupfer. Bindet es Sauerstoff, entsteht die charakteristische blaue Farbe. Sie ist also kein Fantasieeffekt, sondern sichtbare Chemie.
Warum Oktopusse lieber kriechen
Oktopusse können Wasser durch ihren Siphon ausstoßen und sich per Düsenantrieb schnell bewegen. Dauerhaft bequem ist das offenbar nicht. Das Shedd Aquarium erläutert, dass das systemische Herz beim Schwimmen zeitweise aufhört zu schlagen. Schwimmen ist deshalb anstrengend, und viele Oktopusse bewegen sich häufig kriechend über den Meeresboden.
Auch ihre Tarnung ist bemerkenswert. Spezialisierte Strukturen in der Haut können Farbe, Muster und sogar die sichtbare Oberflächenstruktur verändern. Ein Oktopus kann dadurch in kürzester Zeit mit Felsen, Sand oder Korallen verschmelzen. Tarnung schützt vor Fressfeinden und hilft zugleich bei der Jagd.
Welche Superkraft würdest du wählen?
Die Figuren Olli und Pippa sind erfunden, doch die erstaunlichen Fähigkeiten hinter ihrer Geschichte sind real. Acht vielseitige Arme, drei Herzen, blaues Blut, ein verteiltes Nervensystem und wandelbare Haut machen Oktopusse zu einem eindrucksvollen Beispiel dafür, wie unterschiedlich Evolution Probleme lösen kann.
Der Welt-Oktopus-Tag ist daher eine gute Gelegenheit, nicht nur über kuriose Rekorde zu staunen. Er erinnert auch daran, dass diese intelligenten und empfindungsfähigen Tiere auf gesunde Meere angewiesen sind. Und er hinterlässt eine ziemlich schwierige Wahl: acht Arme, drei Herzen oder perfekte Tarnung?
Transparenzhinweis: Die Bildwelten des Videos wurden mit KI erzeugt. Olli, Pippa und die konkrete Handlung sind erfunden; die Sachangaben wurden anhand der verlinkten institutionellen Quellen redaktionell geprüft.
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